Wissenseinstieg

Wenn Sie als Rechtsanwalt mit technischen Fragen konfrontiert sind

In vielen Verfahren sind technische Sachverhalte entscheidend – auch wenn die eigentliche Entscheidung rechtlich getroffen wird.

Diese Seite richtet sich an Rechtsanwälte, die technische Bewertungen einordnen, hinterfragen oder strategisch nutzen müssen – ohne selbst technisch bewerten zu wollen oder zu können.

Warum technische Einordnung für juristische Entscheidungen entscheidend ist

Technische Sachverhalte bilden häufig die Grundlage rechtlicher Bewertungen – etwa bei Mängeln, Haftungsfragen oder Beweiswürdigung.

  • Was ist technisch feststellbar?
  • Was ist fachlich bewertbar?
  • Wo beginnt der rechtliche Schluss?

Technische Bewertung ≠ rechtliche Bewertung

Sachverständige bewerten technisch – Gerichte und Anwälte rechtlich. Eine saubere Trennung dieser Ebenen ist Voraussetzung für belastbare Entscheidungen.

Typische Stolpersteine aus technischer Sicht

  • Vermischung von Feststellung und Bewertung
  • Überinterpretation einzelner Messwerte
  • Erwartung eindeutiger Aussagen bei komplexen Sachverhalten
  • Missverständnisse bei Begriffen wie „Mangel“, „fachgerecht“, „Norm“

Was Sachverständige leisten können – und was nicht

Sachverständige können:

  • technische Sachverhalte einordnen
  • Ursachen plausibilisieren
  • Grenzen der Bewertbarkeit benennen

Sachverständige können nicht:

  • Rechtsberatung leisten
  • Ansprüche bewerten
  • Entscheidungen vorwegnehmen

So profitieren juristische Verfahren von technischer Klarheit

1) Fragestellung präzisieren: technisch – nicht juristisch formulieren.
2) Ebenen trennen: Feststellung, Bewertung, rechtliche Würdigung.
3) Grenzen akzeptieren: Uneindeutigkeit ist kein Mangel.
4) Technik richtig nutzen: als Grundlage, nicht als Argumentersatz.

Hinweis: Diese Seite dient der fachlichen Orientierung für juristische Fragestellungen und ersetzt keine Rechtsberatung oder individuelle Verfahrensstrategie.