Wissenseinstieg

Wenn es um ein Privatgutachten geht

Ein Privatgutachten ist oft der erste Schritt, wenn Unsicherheit besteht. Gleichzeitig ist es eines der am häufigsten missverstandenen Instrumente im Bau- und Handwerkskontext.

Diese Seite erklärt, wofür ein Privatgutachten sinnvoll ist, was es leisten kann – und wo seine Grenzen liegen.

Wichtige Einordnung vorab

Privatgutachten werden häufig mit falschen Erwartungen beauftragt. Die folgenden Seiten helfen, Rolle, Zuständigkeit und Grenzen sachverständiger Arbeit vorab realistisch einzuordnen.

Diese Einordnung hilft, Enttäuschungen, Fehlbeauftragungen und unnötige Eskalationen frühzeitig zu vermeiden.

Was ein Privatgutachten ist – und wofür es genutzt wird

Ein Privatgutachten wird beauftragt, um technische Sachverhalte einordnen zu lassen: Auffälligkeiten bewerten, Ursachen eingrenzen, Risiken benennen und Entscheidungen vorbereiten. Es dient der Orientierung – nicht automatisch der Durchsetzung von Ansprüchen.

Was ein Privatgutachten leisten kann

  • technische Zusammenhänge erklären
  • Ursachen eingrenzen
  • Bewertungsspielräume sichtbar machen
  • Entscheidungsgrundlagen schaffen

Was ein Privatgutachten nicht leisten kann

  • kein Gerichtsgutachten ersetzen
  • keine rechtliche Entscheidung treffen
  • keine Schuldfrage „festsetzen“
  • keine Handlung erzwingen

So gehen Sie sinnvoll vor

1) Ziel klären: Orientierung, Entscheidung, Vorbereitung, Dokumentation?
2) Fragestellung schärfen: Was soll konkret geklärt werden – und was nicht?
3) Unterlagen ordnen: Relevantes zusammenstellen (Pläne, Fotos, Schriftverkehr).
4) Umfang wählen: Reicht eine Einschätzung – oder braucht es ein Gutachten?

Hinweis: Diese Seite dient der fachlichen Orientierung. Sie ersetzt keine Rechtsberatung und keine individuelle Einzelfallprüfung.