Thermische Modifikation · Feuchte · Dauerhaftigkeit · Festigkeit · Qualität

Thermoholz – Eigenschaften, Qualität und Einsatzgrenzen fachlich einordnen

Bei Thermoholz werden die Eigenschaften des Holzes durch eine kontrollierte thermische Behandlung gezielt verändert. Das Holz nimmt anschließend weniger Feuchtigkeit auf, arbeitet geringer und kann gegenüber holzzerstörenden Pilzen widerstandsfähiger sein.

Die thermische Modifikation verbessert jedoch nicht jede Materialeigenschaft. Je nach Holzart und Behandlungsintensität können insbesondere Festigkeit, Bruchverhalten und Schraubhalt beeinflusst werden. Thermoholz ist deshalb kein pauschal „verbessertes Holz“, sondern ein Werkstoff mit einem veränderten Eigenschaftsprofil.

Diese Seite erklärt das Verfahren, die wichtigsten technischen Eigenschaften, Qualitätsmerkmale und typische Anwendungen. Gleichzeitig zeigt sie, warum der Begriff Thermoholz allein noch keine Aussage über Qualität oder Eignung eines konkreten Produktes erlaubt.

Fachlich eingeordnet von Sebastian Sudhoff, Tischlermeister und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Tischlerhandwerk.

Thermische Modifikation Feuchte & Maßstabilität Dauerhaftigkeit Festigkeit & Sprödigkeit Thermo-S & Thermo-D Qualitätssicherung

Thermische Modifikation

Was bei der thermischen Behandlung mit dem Holz passiert

Thermisch modifiziertes Holz wird über einen definierten Zeitraum erhöhten Temperaturen ausgesetzt. Temperatur, Dauer, Atmosphäre, Ausgangsholz und Prozessführung bestimmen, wie stark sich die Eigenschaften verändern.

Holz wird erwärmt

Die Behandlung erfolgt deutlich oberhalb üblicher Trocknungstemperaturen. Je nach Verfahren und Holzart werden unterschiedliche Temperaturbereiche und Prozessstufen eingesetzt.

Holzbestandteile verändern sich

Insbesondere Hemicellulosen werden thermisch verändert. Dadurch sinkt unter anderem die Fähigkeit des Holzes, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen.

Das Eigenschaftsprofil verschiebt sich

Gleichgewichtsfeuchte und Quell- und Schwindverhalten können abnehmen. Gleichzeitig können einzelne mechanische Eigenschaften ungünstig beeinflusst werden.

Die Farbe wird dunkler

Die thermische Behandlung verändert die Farbe des Holzes meist bis in den Querschnitt. Die Intensität hängt von Holzart, Temperatur und Prozessführung ab.

Keine klassische Imprägnierung

Die Eigenschaften entstehen durch die Veränderung des Holzes selbst. Thermische Modifikation ist daher von einer Holzschutzmittel-Imprägnierung zu unterscheiden.

Prozess ist Teil des Produktes

Zwei dunkel gefärbte Bretter müssen nicht dieselben technischen Eigenschaften besitzen. Ausgangsmaterial, Prozess und Qualitätssicherung gehören deshalb zur Produktbewertung.

„Thermoholz“ beschreibt zunächst eine Materialgruppe. Für die technische Beurteilung eines konkreten Produktes sind Holzart, Modifikationsverfahren, Prozessstufe, Verwendungszweck und Herstellerangaben entscheidend.

Verändertes Materialverhalten

Welche Eigenschaften sich durch thermische Modifikation verändern

Geringere Gleichgewichtsfeuchte

Thermisch modifiziertes Holz nimmt bei gleichen klimatischen Bedingungen in der Regel weniger Feuchtigkeit auf als das unbehandelte Ausgangsholz.

Weniger Quellen und Schwinden

Die reduzierte Feuchteaufnahme führt regelmäßig zu geringeren dimensionsbedingten Veränderungen. Das kann bei Fassaden, Terrassendielen und anderen wechselnd befeuchteten Bauteilen vorteilhaft sein.

Verbesserte biologische Dauerhaftigkeit

Je nach Holzart und Intensität der Behandlung kann die Widerstandsfähigkeit gegenüber holzzerstörenden Pilzen deutlich verbessert werden.

Dunklere Farbe

Thermische Behandlung erzeugt häufig warme braune Farbtöne. Im Außenbereich schützt diese Färbung jedoch nicht dauerhaft vor UV-bedingter Vergrauung.

Veränderte mechanische Eigenschaften

Mit steigender Behandlungsintensität können beispielsweise Biegefestigkeit, Schlagzähigkeit und Schraubhalt abnehmen. Die Wirkung ist holz- und prozessabhängig.

Verändertes Bruchverhalten

Thermisch modifiziertes Holz kann spröder reagieren als das unbehandelte Ausgangsmaterial. Das ist insbesondere bei Befestigung, Kanten, geringen Querschnitten und Stoßbelastungen zu berücksichtigen.

Feuchteverhalten

Warum Thermoholz dimensionsstabiler sein kann

Holz bleibt auch nach einer thermischen Modifikation ein hygroskopischer Werkstoff. Es nimmt weiterhin Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Die Größenordnung dieser Feuchteaufnahme ist jedoch gegenüber dem unbehandelten Ausgangsholz reduziert.

Geringere Feuchteaufnahme

Bei gleicher relativer Luftfeuchtigkeit stellt sich bei stark thermisch modifiziertem Holz regelmäßig eine geringere Gleichgewichtsfeuchte ein.

Dadurch fallen auch feuchtebedingte Maßänderungen häufig geringer aus. Das kann Fugen, Verformungen und Oberflächen positiv beeinflussen.

Feuchte bleibt trotzdem ein Thema

Eine geringere Gleichgewichtsfeuchte bedeutet nicht, dass Thermoholz kein Wasser aufnehmen kann oder dauerhaft nass eingebaut werden darf.

Wasserableitung, Hinterlüftung und konstruktiver Holzschutz bleiben besonders im Außenbereich wesentliche Voraussetzungen.

Dimensionsstabiler bedeutet nicht dimensionsstarr. Auch Thermoholz bleibt Holz und muss konstruktiv so eingesetzt werden, dass verbleibende Feuchtebewegungen berücksichtigt werden.

Biologische Widerstandsfähigkeit

Thermische Modifikation kann die Dauerhaftigkeit deutlich erhöhen

Die veränderte chemische Struktur und geringere Feuchteaufnahme können Bedingungen für holzzerstörende Pilze verschlechtern. Wie stark die Dauerhaftigkeit steigt, hängt jedoch von Holzart, Verfahren und Behandlungsintensität ab.

Ausgangsholz bleibt relevant

Thermokiefer, Thermoesche oder andere thermisch modifizierte Holzarten besitzen nicht automatisch identische Eigenschaften. Das Ausgangsholz bleibt Teil des Produktprofils.

Behandlung bestimmt die Wirkung

Höhere beziehungsweise intensivere Modifikationsstufen können die Dauerhaftigkeit stärker verbessern, verändern aber zugleich andere Materialeigenschaften.

Kein pauschaler Erdkontakt

Eine hohe Dauerhaftigkeit eines Produktes bedeutet nicht automatisch eine Eignung für direkten Erd- oder Wasserkontakt. Dafür ist der konkrete Verwendungsnachweis maßgeblich.

Konstruktiver Holzschutz bleibt erforderlich

Wasser sollte auch bei Thermoholz zügig ablaufen und das Holz wieder trocknen können. Dauerhaft feuchte Kontaktstellen sind konstruktiv zu vermeiden.

Dauerhaftigkeitsklasse prüfen

Aussagen zur biologischen Dauerhaftigkeit sollten sich auf das konkrete Produkt, dessen Behandlung und nachvollziehbare Prüfungen beziehen.

Nutzungsdauer ist keine feste Zahl

Aus einer Dauerhaftigkeitsklasse lässt sich keine garantierte Anzahl von Jahren für jedes eingebaute Bauteil ableiten. Konstruktion, Klima und Wartung wirken zusätzlich.

Mechanische Eigenschaften

Dauerhafter bedeutet nicht automatisch fester

Einer der wichtigsten Punkte bei der Einordnung von Thermoholz ist die Trennung zwischen biologischer Dauerhaftigkeit und mechanischer Festigkeit. Die thermische Behandlung kann die Widerstandsfähigkeit gegen Pilze erhöhen und gleichzeitig einzelne Festigkeitswerte reduzieren.

Biegefestigkeit

Untersuchungen zeigen je nach Holzart und Behandlungsstufe eine Verringerung der Biegefestigkeit gegenüber unbehandeltem Holz. Die Größenordnung ist produktabhängig.

Sprödigkeit

Mit stärkerer Modifikation kann das Holz spröder werden. Stoßbeanspruchungen, dünne Querschnitte und Kantenbereiche benötigen deshalb besondere Aufmerksamkeit.

Schraubhalt

Auch der Widerstand einer Schraubenverbindung kann gegenüber dem Ausgangsholz verändert sein. Schraubentyp, Vorbohren und Randabstände müssen zum Produkt passen.

Äste und Fehlstellen

vorhandene Äste, Risse oder Faserabweichungen verschwinden durch die Behandlung nicht. Ihre technische Bedeutung kann bei einem spröderen Material sogar stärker ins Gewicht fallen.

Tragende Verwendung

Thermisch modifiziertes Holz darf nicht allein wegen einer guten Dauerhaftigkeit als tragender Werkstoff eingeplant werden. Dafür sind entsprechende Produkt- und Bemessungsnachweise nötig.

Anwendung entscheidet

Für eine Fassadenbekleidung gelten andere Anforderungen als für ein tragendes Bauteil, eine Terrassendiele oder ein Möbelbauteil.

Bei der Materialwahl darf die verbesserte Dauerhaftigkeit daher niemals isoliert betrachtet werden. Mechanische Beanspruchung, Befestigung und erforderliche Restfestigkeit gehören in dieselbe Prüfung.

ThermoWood®-Produktklassen

Thermo-S und Thermo-D sind keine allgemeinen Thermoholzklassen

Auf dem Markt tauchen häufig die Bezeichnungen Thermo-S und Thermo-D auf. Sie gehören zum Produktsystem ThermoWood® und dürfen nicht automatisch auf jedes thermisch modifizierte Holz übertragen werden.

Thermo-S

Schwerpunkt Stabilität

Das „S“ steht im ThermoWood®-System für Stability. Die Modifikation zielt insbesondere auf eine Verbesserung der Dimensionsstabilität.

Für nordische Kiefer und Fichte wird Thermo-S beispielsweise bei einer niedrigeren Modifikationstemperatur hergestellt als Thermo-D.

Thermo-D

Schwerpunkt Dauerhaftigkeit

Das „D“ steht für Durability. Die stärkere Modifikation zielt auf erhöhte Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität.

Bei nordischer Kiefer und Fichte nennt das aktuelle ThermoWood®-System beispielsweise eine Modifikationstemperatur von etwa 212 °C.

Diese Bezeichnungen gehören zum geschützten ThermoWood®-System. Andere Hersteller und andere thermische Modifikationsverfahren können eigene Prozessstufen, Produktnamen und technische Eigenschaften besitzen.

Qualitätssicherung

Woran sich die Qualität von Thermoholz fachlich beurteilen lässt

Eine dunkle Farbe oder die Bezeichnung „Thermoholz“ reichen nicht aus, um technische Qualität nachzuweisen. Entscheidend ist eine reproduzierbare Prozessführung in Verbindung mit geeignetem Ausgangsmaterial und einer zum Produkt passenden Qualitätskontrolle.

Geeignetes Ausgangsholz

Holzart, Rohmaterialqualität, Äste, Faserverlauf, vorhandene Risse und weitere Merkmale beeinflussen das Endprodukt bereits vor der thermischen Behandlung.

Definierte Prozessparameter

Temperatur, Dauer und Prozessführung müssen zum vorgesehenen Produkt passen und reproduzierbar eingehalten werden.

Holzfeuchte

Die Feuchte des fertigen Produktes ist ein relevanter Qualitätsparameter und beeinflusst Verarbeitung und späteres Verhalten.

Risse und Materialzustand

Oberflächen- und Innenrisse können bei der Qualitätskontrolle eine Rolle spielen. Lage und Umfang sind im Hinblick auf den späteren Verwendungszweck zu beurteilen.

Farbe als Prozessindikator

Farbe kann Hinweise auf die Modifikationsintensität geben, ersetzt jedoch keine technische Produktbeschreibung oder Prozesskontrolle.

Fremdüberwachung

Bei Qualitätssystemen wie ThermoWood® werden Produktionskontrolle und Produktprüfungen zusätzlich durch externe Stellen überwacht.

Entscheidend ist nicht, ob ein Brett möglichst dunkel aussieht, sondern ob Ausgangsmaterial, Prozess, Produktklasse und Verwendungszweck nachvollziehbar zusammenpassen.

Typische Einsatzbereiche

Wo Thermoholz sinnvoll eingesetzt werden kann

Terrassen

Geringere Feuchteaufnahme und verbesserte Dimensionsstabilität können für Terrassendielen vorteilhaft sein. Befestigung und konstruktiver Holzschutz bleiben entscheidend.

Terrassenholz vergleichen →

Fassaden

Thermoholz wird für Außenbekleidungen eingesetzt, weil Dimensionsstabilität und biologische Dauerhaftigkeit gegenüber dem Ausgangsholz verbessert sein können.

Sauna und Wellness

Thermisch modifizierte Hölzer werden auch im Saunabereich eingesetzt. Holzart, Oberflächentemperatur, Splitterfreiheit und konkrete Produktempfehlung müssen berücksichtigt werden.

Innenausbau

Die dunklere Farbe und reduzierte Feuchtebewegung werden auch gestalterisch genutzt. Mechanische Anforderungen bleiben vom Verwendungszweck abhängig.

Fenster und Türen

Thermisch modifiziertes Holz kann für bestimmte Komponenten und Produktaufbauten eingesetzt werden. Maßgeblich sind jedoch Systemnachweis und Herstellerfreigabe.

Möbel und Gartenmöbel

Thermoholz kann dort eingesetzt werden, wo Optik, Feuchteverhalten und Dauerhaftigkeit Vorteile bieten. Verbindungen und Querschnitte müssen zur veränderten Festigkeit passen.

Thermoholz im Außenbereich

Bei Terrassen entscheidet weiterhin die Konstruktion

Vorteile als Terrassendiele

  • reduzierte Feuchteaufnahme
  • geringeres Quellen und Schwinden
  • verbesserte biologische Dauerhaftigkeit möglich
  • gleichmäßig dunklere Materialfarbe
  • verschiedene Ausgangsholzarten verfügbar

Konstruktive Grenzen

  • keine dauerhaft feuchten Auflager planen
  • Wasserableitung sicherstellen
  • Herstellervorgaben zur Befestigung beachten
  • spröderes Verhalten an Kanten berücksichtigen
  • Unterkonstruktion auf die Nutzungsdauer abstimmen

Bearbeitung und Montage

Thermoholz benötigt eine auf das Produkt abgestimmte Verarbeitung

Vorbohren

Besonders in Rand- und Stirnbereichen kann Vorbohren helfen, Rissbildung und Aufspalten beim Verschrauben zu reduzieren.

Schrauben nicht überziehen

Ein spröderes Material reagiert empfindlicher auf zu hohe Montagekräfte. Drehmoment und Versenkung sind entsprechend kontrolliert auszuführen.

Scharfe Werkzeuge

Saubere Schneiden reduzieren Ausbrüche und sorgen insbesondere an sichtbaren Kanten für eine bessere Bearbeitungsqualität.

Kleben

Das veränderte Feuchteaufnahmeverhalten kann auch Verklebungen beeinflussen. Klebstoff und Verfahren müssen für das konkrete Produkt freigegeben sein.

Oberflächenbehandlung

Thermoholz kann unbehandelt eingesetzt werden, wenn eine Vergrauung akzeptiert wird und das Produkt dafür vorgesehen ist. Beschichtungen dienen häufig vor allem dem Farb- und Wetterschutz.

Herstellerangaben beachten

Holzart, Modifikationsstufe und Produktgeometrie unterscheiden sich. Allgemeine Regeln ersetzen deshalb keine konkrete Verlege- oder Montageanleitung.

Farbe und Alterung

Die dunkle Farbe von Thermoholz bleibt im Außenbereich nicht automatisch erhalten

Dunklere Ausgangsfarbe

Die Wärmebehandlung verändert die natürliche Holzfarbe und kann helle Holzarten deutlich dunkler erscheinen lassen.

UV-Strahlung wirkt weiter

Auch thermisch modifiziertes Holz vergraut bei ungeschützter Bewitterung durch UV-Strahlung und Witterungseinflüsse.

Ölen für die Farbwirkung

Pigmentierte oder geeignete Oberflächenbehandlungen können eingesetzt werden, wenn die ursprüngliche dunkle Farbanmutung länger erhalten werden soll.

Vergrauung ist zunächst eine Oberflächen- und Farbveränderung. Sie darf nicht ohne weitere Feststellungen mit Fäulnis oder einem Festigkeitsverlust gleichgesetzt werden.

Fachliche Beurteilung

Welche Angaben bei Thermoholz überprüft werden sollten

Ausgangsholz bestimmen

Holzart, Sortierung, sichtbare Fehlstellen und Produktaufbau nachvollziehbar erfassen.

Modifikationsverfahren klären

Hersteller, Produktbezeichnung, Behandlungsstufe und vorhandene technische Unterlagen prüfen.

Anwendung abgleichen

Dauerhaftigkeit, mechanische Beanspruchung, Befestigung und Feuchtesituation mit dem vorgesehenen Einsatz vergleichen.

Ausführung kontrollieren

Fugen, Anschlüsse, Schrauben, Auflager, Wasserführung und mögliche Beschädigungen in die Gesamtbewertung einbeziehen.

Die Materialbezeichnung allein beantwortet keine Mangel- oder Qualitätsfrage. Erst wenn Produkt, zugesicherte Eigenschaften, Verarbeitung und konkrete Beanspruchung zusammen betrachtet werden, lässt sich eine technische Abweichung sinnvoll beurteilen.

Fachliche Grundlagen

Definition, Eigenschaften und Qualität von thermisch modifiziertem Holz

CEN/TS 15679

Die technische Spezifikation beschreibt Definitionen und Eigenschaften von thermisch modifiziertem Holz und ordnet typische Einsatzbereiche im Innen- und Außenbereich ein.

CEN/TS 15679 bei DIN Media →

ThermoWood® Handbook 2025

Das aktuelle Handbuch der International ThermoWood Association beschreibt Produktionsprozess, Produktklassen, Feuchteverhalten, mechanische Eigenschaften, Dauerhaftigkeit, Verarbeitung und Qualitätssicherung des ThermoWood®-Systems.

ThermoWood® Handbook ansehen →
ThermoWood® ist ein definiertes Produktsystem. Aussagen aus dessen technischen Unterlagen dürfen deshalb nicht ungeprüft auf jedes beliebige thermisch modifizierte Holz eines anderen Herstellers oder Verfahrens übertragen werden.

Häufige Fragen

Fragen zu Thermoholz, Eigenschaften und Qualität

Was ist Thermoholz?

Thermoholz ist Holz, dessen Eigenschaften durch eine kontrollierte Wärmebehandlung verändert wurden. Fachlich wird von thermisch modifiziertem Holz gesprochen.

Wird Thermoholz mit Chemikalien behandelt?

Die eigentliche thermische Modifikation beruht auf Wärme und einer kontrollierten Prozessatmosphäre und ist von einer Holzschutzmittel-Imprägnierung zu unterscheiden. Bei einem konkreten Fertigprodukt können anschließend selbstverständlich Oberflächenbehandlungen eingesetzt worden sein.

Warum arbeitet Thermoholz weniger?

Durch die thermische Veränderung nimmt das Holz bei vergleichbaren klimatischen Bedingungen weniger Feuchtigkeit auf. Dadurch fallen Quellen und Schwinden in der Regel geringer aus.

Ist Thermoholz wasserfest?

Nein. Thermoholz kann weiterhin Feuchtigkeit und Wasser aufnehmen. Die Aufnahme ist gegenüber unbehandeltem Holz reduziert, ersetzt aber keinen konstruktiven Holzschutz.

Ist Thermoholz dauerhaft?

Die thermische Behandlung kann die biologische Dauerhaftigkeit deutlich verbessern. Die konkrete Einstufung hängt von Holzart, Verfahren und Modifikationsintensität ab.

Ist Thermoholz spröde?

Thermische Modifikation kann das Bruchverhalten verändern und insbesondere bei stärkerer Behandlung zu einem spröderen Materialverhalten führen. Das muss bei Bearbeitung und Befestigung berücksichtigt werden.

Ist Thermoholz genauso fest wie unbehandeltes Holz?

Nicht zwangsläufig. Je nach Holzart und Behandlung können bestimmte Festigkeitswerte sinken. Deshalb dürfen Kennwerte des unbehandelten Ausgangsholzes nicht automatisch auf Thermoholz übertragen werden.

Was bedeutet Thermo-D?

Thermo-D ist eine Produktklasse des ThermoWood®-Systems. Das „D“ steht für Durability. Sie beschreibt eine intensivere Modifikation mit Schwerpunkt auf Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität.

Was bedeutet Thermo-S?

Thermo-S ist ebenfalls eine ThermoWood®-Produktklasse. Das „S“ steht für Stability und bezeichnet eine weniger intensive Modifikation mit Schwerpunkt auf verbesserter Dimensionsstabilität.

Sind Thermo-S und Thermo-D allgemeine Qualitätsklassen für Thermoholz?

Nein. Die Bezeichnungen gehören zum ThermoWood®-System. Andere thermische Modifikationsverfahren und Hersteller können andere Produktklassen und Prozessparameter verwenden.

Eignet sich Thermoholz für Terrassen?

Dafür vorgesehene thermisch modifizierte Produkte können sich gut für Terrassen eignen. Dauerhaftigkeit, Dielenquerschnitt, Befestigung, Unterkonstruktion, Wasserführung und Herstellerangaben müssen zusammenpassen.

Muss Thermoholz geölt werden?

Nicht grundsätzlich. Unbehandeltes Thermoholz vergraut im Außenbereich allerdings durch Bewitterung und UV-Strahlung. Eine geeignete Oberflächenbehandlung kann eingesetzt werden, wenn die ursprüngliche Farbwirkung länger erhalten werden soll.

Woran erkennt man gutes Thermoholz?

Die Farbe allein reicht nicht aus. Relevant sind nachvollziehbare Holzart und Produktbezeichnung, definierte Prozessparameter, Materialzustand, Qualitätskontrolle, technische Daten und die Eignung für den vorgesehenen Einsatz.

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