Thermische Modifikation · Feuchte · Dauerhaftigkeit · Festigkeit · Qualität
Thermoholz – Eigenschaften, Qualität und Einsatzgrenzen fachlich einordnen
Bei Thermoholz werden die Eigenschaften des Holzes durch eine kontrollierte thermische Behandlung gezielt verändert. Das Holz nimmt anschließend weniger Feuchtigkeit auf, arbeitet geringer und kann gegenüber holzzerstörenden Pilzen widerstandsfähiger sein.
Die thermische Modifikation verbessert jedoch nicht jede Materialeigenschaft. Je nach Holzart und Behandlungsintensität können insbesondere Festigkeit, Bruchverhalten und Schraubhalt beeinflusst werden. Thermoholz ist deshalb kein pauschal „verbessertes Holz“, sondern ein Werkstoff mit einem veränderten Eigenschaftsprofil.
Diese Seite erklärt das Verfahren, die wichtigsten technischen Eigenschaften, Qualitätsmerkmale und typische Anwendungen. Gleichzeitig zeigt sie, warum der Begriff Thermoholz allein noch keine Aussage über Qualität oder Eignung eines konkreten Produktes erlaubt.
Thermische Modifikation
Was bei der thermischen Behandlung mit dem Holz passiert
Thermisch modifiziertes Holz wird über einen definierten Zeitraum erhöhten Temperaturen ausgesetzt. Temperatur, Dauer, Atmosphäre, Ausgangsholz und Prozessführung bestimmen, wie stark sich die Eigenschaften verändern.
Holz wird erwärmt
Die Behandlung erfolgt deutlich oberhalb üblicher Trocknungstemperaturen. Je nach Verfahren und Holzart werden unterschiedliche Temperaturbereiche und Prozessstufen eingesetzt.
Holzbestandteile verändern sich
Insbesondere Hemicellulosen werden thermisch verändert. Dadurch sinkt unter anderem die Fähigkeit des Holzes, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen.
Das Eigenschaftsprofil verschiebt sich
Gleichgewichtsfeuchte und Quell- und Schwindverhalten können abnehmen. Gleichzeitig können einzelne mechanische Eigenschaften ungünstig beeinflusst werden.
Die Farbe wird dunkler
Die thermische Behandlung verändert die Farbe des Holzes meist bis in den Querschnitt. Die Intensität hängt von Holzart, Temperatur und Prozessführung ab.
Keine klassische Imprägnierung
Die Eigenschaften entstehen durch die Veränderung des Holzes selbst. Thermische Modifikation ist daher von einer Holzschutzmittel-Imprägnierung zu unterscheiden.
Prozess ist Teil des Produktes
Zwei dunkel gefärbte Bretter müssen nicht dieselben technischen Eigenschaften besitzen. Ausgangsmaterial, Prozess und Qualitätssicherung gehören deshalb zur Produktbewertung.
Verändertes Materialverhalten
Welche Eigenschaften sich durch thermische Modifikation verändern
Geringere Gleichgewichtsfeuchte
Thermisch modifiziertes Holz nimmt bei gleichen klimatischen Bedingungen in der Regel weniger Feuchtigkeit auf als das unbehandelte Ausgangsholz.
Weniger Quellen und Schwinden
Die reduzierte Feuchteaufnahme führt regelmäßig zu geringeren dimensionsbedingten Veränderungen. Das kann bei Fassaden, Terrassendielen und anderen wechselnd befeuchteten Bauteilen vorteilhaft sein.
Verbesserte biologische Dauerhaftigkeit
Je nach Holzart und Intensität der Behandlung kann die Widerstandsfähigkeit gegenüber holzzerstörenden Pilzen deutlich verbessert werden.
Dunklere Farbe
Thermische Behandlung erzeugt häufig warme braune Farbtöne. Im Außenbereich schützt diese Färbung jedoch nicht dauerhaft vor UV-bedingter Vergrauung.
Veränderte mechanische Eigenschaften
Mit steigender Behandlungsintensität können beispielsweise Biegefestigkeit, Schlagzähigkeit und Schraubhalt abnehmen. Die Wirkung ist holz- und prozessabhängig.
Verändertes Bruchverhalten
Thermisch modifiziertes Holz kann spröder reagieren als das unbehandelte Ausgangsmaterial. Das ist insbesondere bei Befestigung, Kanten, geringen Querschnitten und Stoßbelastungen zu berücksichtigen.
Feuchteverhalten
Warum Thermoholz dimensionsstabiler sein kann
Holz bleibt auch nach einer thermischen Modifikation ein hygroskopischer Werkstoff. Es nimmt weiterhin Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Die Größenordnung dieser Feuchteaufnahme ist jedoch gegenüber dem unbehandelten Ausgangsholz reduziert.
Geringere Feuchteaufnahme
Bei gleicher relativer Luftfeuchtigkeit stellt sich bei stark thermisch modifiziertem Holz regelmäßig eine geringere Gleichgewichtsfeuchte ein.
Dadurch fallen auch feuchtebedingte Maßänderungen häufig geringer aus. Das kann Fugen, Verformungen und Oberflächen positiv beeinflussen.
Feuchte bleibt trotzdem ein Thema
Eine geringere Gleichgewichtsfeuchte bedeutet nicht, dass Thermoholz kein Wasser aufnehmen kann oder dauerhaft nass eingebaut werden darf.
Wasserableitung, Hinterlüftung und konstruktiver Holzschutz bleiben besonders im Außenbereich wesentliche Voraussetzungen.
Dimensionsstabiler bedeutet nicht dimensionsstarr. Auch Thermoholz bleibt Holz und muss konstruktiv so eingesetzt werden, dass verbleibende Feuchtebewegungen berücksichtigt werden.
Biologische Widerstandsfähigkeit
Thermische Modifikation kann die Dauerhaftigkeit deutlich erhöhen
Die veränderte chemische Struktur und geringere Feuchteaufnahme können Bedingungen für holzzerstörende Pilze verschlechtern. Wie stark die Dauerhaftigkeit steigt, hängt jedoch von Holzart, Verfahren und Behandlungsintensität ab.
Ausgangsholz bleibt relevant
Thermokiefer, Thermoesche oder andere thermisch modifizierte Holzarten besitzen nicht automatisch identische Eigenschaften. Das Ausgangsholz bleibt Teil des Produktprofils.
Behandlung bestimmt die Wirkung
Höhere beziehungsweise intensivere Modifikationsstufen können die Dauerhaftigkeit stärker verbessern, verändern aber zugleich andere Materialeigenschaften.
Kein pauschaler Erdkontakt
Eine hohe Dauerhaftigkeit eines Produktes bedeutet nicht automatisch eine Eignung für direkten Erd- oder Wasserkontakt. Dafür ist der konkrete Verwendungsnachweis maßgeblich.
Konstruktiver Holzschutz bleibt erforderlich
Wasser sollte auch bei Thermoholz zügig ablaufen und das Holz wieder trocknen können. Dauerhaft feuchte Kontaktstellen sind konstruktiv zu vermeiden.
Dauerhaftigkeitsklasse prüfen
Aussagen zur biologischen Dauerhaftigkeit sollten sich auf das konkrete Produkt, dessen Behandlung und nachvollziehbare Prüfungen beziehen.
Nutzungsdauer ist keine feste Zahl
Aus einer Dauerhaftigkeitsklasse lässt sich keine garantierte Anzahl von Jahren für jedes eingebaute Bauteil ableiten. Konstruktion, Klima und Wartung wirken zusätzlich.
Mechanische Eigenschaften
Dauerhafter bedeutet nicht automatisch fester
Einer der wichtigsten Punkte bei der Einordnung von Thermoholz ist die Trennung zwischen biologischer Dauerhaftigkeit und mechanischer Festigkeit. Die thermische Behandlung kann die Widerstandsfähigkeit gegen Pilze erhöhen und gleichzeitig einzelne Festigkeitswerte reduzieren.
Biegefestigkeit
Untersuchungen zeigen je nach Holzart und Behandlungsstufe eine Verringerung der Biegefestigkeit gegenüber unbehandeltem Holz. Die Größenordnung ist produktabhängig.
Sprödigkeit
Mit stärkerer Modifikation kann das Holz spröder werden. Stoßbeanspruchungen, dünne Querschnitte und Kantenbereiche benötigen deshalb besondere Aufmerksamkeit.
Schraubhalt
Auch der Widerstand einer Schraubenverbindung kann gegenüber dem Ausgangsholz verändert sein. Schraubentyp, Vorbohren und Randabstände müssen zum Produkt passen.
Äste und Fehlstellen
vorhandene Äste, Risse oder Faserabweichungen verschwinden durch die Behandlung nicht. Ihre technische Bedeutung kann bei einem spröderen Material sogar stärker ins Gewicht fallen.
Tragende Verwendung
Thermisch modifiziertes Holz darf nicht allein wegen einer guten Dauerhaftigkeit als tragender Werkstoff eingeplant werden. Dafür sind entsprechende Produkt- und Bemessungsnachweise nötig.
Anwendung entscheidet
Für eine Fassadenbekleidung gelten andere Anforderungen als für ein tragendes Bauteil, eine Terrassendiele oder ein Möbelbauteil.
ThermoWood®-Produktklassen
Thermo-S und Thermo-D sind keine allgemeinen Thermoholzklassen
Auf dem Markt tauchen häufig die Bezeichnungen Thermo-S und Thermo-D auf. Sie gehören zum Produktsystem ThermoWood® und dürfen nicht automatisch auf jedes thermisch modifizierte Holz übertragen werden.
Thermo-S
Schwerpunkt Stabilität
Das „S“ steht im ThermoWood®-System für Stability. Die Modifikation zielt insbesondere auf eine Verbesserung der Dimensionsstabilität.
Für nordische Kiefer und Fichte wird Thermo-S beispielsweise bei einer niedrigeren Modifikationstemperatur hergestellt als Thermo-D.
Thermo-D
Schwerpunkt Dauerhaftigkeit
Das „D“ steht für Durability. Die stärkere Modifikation zielt auf erhöhte Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität.
Bei nordischer Kiefer und Fichte nennt das aktuelle ThermoWood®-System beispielsweise eine Modifikationstemperatur von etwa 212 °C.
Qualitätssicherung
Woran sich die Qualität von Thermoholz fachlich beurteilen lässt
Eine dunkle Farbe oder die Bezeichnung „Thermoholz“ reichen nicht aus, um technische Qualität nachzuweisen. Entscheidend ist eine reproduzierbare Prozessführung in Verbindung mit geeignetem Ausgangsmaterial und einer zum Produkt passenden Qualitätskontrolle.
Geeignetes Ausgangsholz
Holzart, Rohmaterialqualität, Äste, Faserverlauf, vorhandene Risse und weitere Merkmale beeinflussen das Endprodukt bereits vor der thermischen Behandlung.
Definierte Prozessparameter
Temperatur, Dauer und Prozessführung müssen zum vorgesehenen Produkt passen und reproduzierbar eingehalten werden.
Holzfeuchte
Die Feuchte des fertigen Produktes ist ein relevanter Qualitätsparameter und beeinflusst Verarbeitung und späteres Verhalten.
Risse und Materialzustand
Oberflächen- und Innenrisse können bei der Qualitätskontrolle eine Rolle spielen. Lage und Umfang sind im Hinblick auf den späteren Verwendungszweck zu beurteilen.
Farbe als Prozessindikator
Farbe kann Hinweise auf die Modifikationsintensität geben, ersetzt jedoch keine technische Produktbeschreibung oder Prozesskontrolle.
Fremdüberwachung
Bei Qualitätssystemen wie ThermoWood® werden Produktionskontrolle und Produktprüfungen zusätzlich durch externe Stellen überwacht.
Entscheidend ist nicht, ob ein Brett möglichst dunkel aussieht, sondern ob Ausgangsmaterial, Prozess, Produktklasse und Verwendungszweck nachvollziehbar zusammenpassen.
Typische Einsatzbereiche
Wo Thermoholz sinnvoll eingesetzt werden kann
Terrassen
Geringere Feuchteaufnahme und verbesserte Dimensionsstabilität können für Terrassendielen vorteilhaft sein. Befestigung und konstruktiver Holzschutz bleiben entscheidend.
Terrassenholz vergleichen →Fassaden
Thermoholz wird für Außenbekleidungen eingesetzt, weil Dimensionsstabilität und biologische Dauerhaftigkeit gegenüber dem Ausgangsholz verbessert sein können.
Sauna und Wellness
Thermisch modifizierte Hölzer werden auch im Saunabereich eingesetzt. Holzart, Oberflächentemperatur, Splitterfreiheit und konkrete Produktempfehlung müssen berücksichtigt werden.
Innenausbau
Die dunklere Farbe und reduzierte Feuchtebewegung werden auch gestalterisch genutzt. Mechanische Anforderungen bleiben vom Verwendungszweck abhängig.
Fenster und Türen
Thermisch modifiziertes Holz kann für bestimmte Komponenten und Produktaufbauten eingesetzt werden. Maßgeblich sind jedoch Systemnachweis und Herstellerfreigabe.
Möbel und Gartenmöbel
Thermoholz kann dort eingesetzt werden, wo Optik, Feuchteverhalten und Dauerhaftigkeit Vorteile bieten. Verbindungen und Querschnitte müssen zur veränderten Festigkeit passen.
Thermoholz im Außenbereich
Bei Terrassen entscheidet weiterhin die Konstruktion
Vorteile als Terrassendiele
- reduzierte Feuchteaufnahme
- geringeres Quellen und Schwinden
- verbesserte biologische Dauerhaftigkeit möglich
- gleichmäßig dunklere Materialfarbe
- verschiedene Ausgangsholzarten verfügbar
Konstruktive Grenzen
- keine dauerhaft feuchten Auflager planen
- Wasserableitung sicherstellen
- Herstellervorgaben zur Befestigung beachten
- spröderes Verhalten an Kanten berücksichtigen
- Unterkonstruktion auf die Nutzungsdauer abstimmen
Bearbeitung und Montage
Thermoholz benötigt eine auf das Produkt abgestimmte Verarbeitung
Vorbohren
Besonders in Rand- und Stirnbereichen kann Vorbohren helfen, Rissbildung und Aufspalten beim Verschrauben zu reduzieren.
Schrauben nicht überziehen
Ein spröderes Material reagiert empfindlicher auf zu hohe Montagekräfte. Drehmoment und Versenkung sind entsprechend kontrolliert auszuführen.
Scharfe Werkzeuge
Saubere Schneiden reduzieren Ausbrüche und sorgen insbesondere an sichtbaren Kanten für eine bessere Bearbeitungsqualität.
Kleben
Das veränderte Feuchteaufnahmeverhalten kann auch Verklebungen beeinflussen. Klebstoff und Verfahren müssen für das konkrete Produkt freigegeben sein.
Oberflächenbehandlung
Thermoholz kann unbehandelt eingesetzt werden, wenn eine Vergrauung akzeptiert wird und das Produkt dafür vorgesehen ist. Beschichtungen dienen häufig vor allem dem Farb- und Wetterschutz.
Herstellerangaben beachten
Holzart, Modifikationsstufe und Produktgeometrie unterscheiden sich. Allgemeine Regeln ersetzen deshalb keine konkrete Verlege- oder Montageanleitung.
Farbe und Alterung
Die dunkle Farbe von Thermoholz bleibt im Außenbereich nicht automatisch erhalten
Dunklere Ausgangsfarbe
Die Wärmebehandlung verändert die natürliche Holzfarbe und kann helle Holzarten deutlich dunkler erscheinen lassen.
UV-Strahlung wirkt weiter
Auch thermisch modifiziertes Holz vergraut bei ungeschützter Bewitterung durch UV-Strahlung und Witterungseinflüsse.
Ölen für die Farbwirkung
Pigmentierte oder geeignete Oberflächenbehandlungen können eingesetzt werden, wenn die ursprüngliche dunkle Farbanmutung länger erhalten werden soll.
Fachliche Beurteilung
Welche Angaben bei Thermoholz überprüft werden sollten
Holzart, Sortierung, sichtbare Fehlstellen und Produktaufbau nachvollziehbar erfassen.
Hersteller, Produktbezeichnung, Behandlungsstufe und vorhandene technische Unterlagen prüfen.
Dauerhaftigkeit, mechanische Beanspruchung, Befestigung und Feuchtesituation mit dem vorgesehenen Einsatz vergleichen.
Fugen, Anschlüsse, Schrauben, Auflager, Wasserführung und mögliche Beschädigungen in die Gesamtbewertung einbeziehen.
Fachliche Grundlagen
Definition, Eigenschaften und Qualität von thermisch modifiziertem Holz
CEN/TS 15679
Die technische Spezifikation beschreibt Definitionen und Eigenschaften von thermisch modifiziertem Holz und ordnet typische Einsatzbereiche im Innen- und Außenbereich ein.
CEN/TS 15679 bei DIN Media →ThermoWood® Handbook 2025
Das aktuelle Handbuch der International ThermoWood Association beschreibt Produktionsprozess, Produktklassen, Feuchteverhalten, mechanische Eigenschaften, Dauerhaftigkeit, Verarbeitung und Qualitätssicherung des ThermoWood®-Systems.
ThermoWood® Handbook ansehen →Häufige Fragen
Fragen zu Thermoholz, Eigenschaften und Qualität
Was ist Thermoholz?
Thermoholz ist Holz, dessen Eigenschaften durch eine kontrollierte Wärmebehandlung verändert wurden. Fachlich wird von thermisch modifiziertem Holz gesprochen.
Wird Thermoholz mit Chemikalien behandelt?
Die eigentliche thermische Modifikation beruht auf Wärme und einer kontrollierten Prozessatmosphäre und ist von einer Holzschutzmittel-Imprägnierung zu unterscheiden. Bei einem konkreten Fertigprodukt können anschließend selbstverständlich Oberflächenbehandlungen eingesetzt worden sein.
Warum arbeitet Thermoholz weniger?
Durch die thermische Veränderung nimmt das Holz bei vergleichbaren klimatischen Bedingungen weniger Feuchtigkeit auf. Dadurch fallen Quellen und Schwinden in der Regel geringer aus.
Ist Thermoholz wasserfest?
Nein. Thermoholz kann weiterhin Feuchtigkeit und Wasser aufnehmen. Die Aufnahme ist gegenüber unbehandeltem Holz reduziert, ersetzt aber keinen konstruktiven Holzschutz.
Ist Thermoholz dauerhaft?
Die thermische Behandlung kann die biologische Dauerhaftigkeit deutlich verbessern. Die konkrete Einstufung hängt von Holzart, Verfahren und Modifikationsintensität ab.
Ist Thermoholz spröde?
Thermische Modifikation kann das Bruchverhalten verändern und insbesondere bei stärkerer Behandlung zu einem spröderen Materialverhalten führen. Das muss bei Bearbeitung und Befestigung berücksichtigt werden.
Ist Thermoholz genauso fest wie unbehandeltes Holz?
Nicht zwangsläufig. Je nach Holzart und Behandlung können bestimmte Festigkeitswerte sinken. Deshalb dürfen Kennwerte des unbehandelten Ausgangsholzes nicht automatisch auf Thermoholz übertragen werden.
Was bedeutet Thermo-D?
Thermo-D ist eine Produktklasse des ThermoWood®-Systems. Das „D“ steht für Durability. Sie beschreibt eine intensivere Modifikation mit Schwerpunkt auf Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität.
Was bedeutet Thermo-S?
Thermo-S ist ebenfalls eine ThermoWood®-Produktklasse. Das „S“ steht für Stability und bezeichnet eine weniger intensive Modifikation mit Schwerpunkt auf verbesserter Dimensionsstabilität.
Sind Thermo-S und Thermo-D allgemeine Qualitätsklassen für Thermoholz?
Nein. Die Bezeichnungen gehören zum ThermoWood®-System. Andere thermische Modifikationsverfahren und Hersteller können andere Produktklassen und Prozessparameter verwenden.
Eignet sich Thermoholz für Terrassen?
Dafür vorgesehene thermisch modifizierte Produkte können sich gut für Terrassen eignen. Dauerhaftigkeit, Dielenquerschnitt, Befestigung, Unterkonstruktion, Wasserführung und Herstellerangaben müssen zusammenpassen.
Muss Thermoholz geölt werden?
Nicht grundsätzlich. Unbehandeltes Thermoholz vergraut im Außenbereich allerdings durch Bewitterung und UV-Strahlung. Eine geeignete Oberflächenbehandlung kann eingesetzt werden, wenn die ursprüngliche Farbwirkung länger erhalten werden soll.
Woran erkennt man gutes Thermoholz?
Die Farbe allein reicht nicht aus. Relevant sind nachvollziehbare Holzart und Produktbezeichnung, definierte Prozessparameter, Materialzustand, Qualitätskontrolle, technische Daten und die Eignung für den vorgesehenen Einsatz.
Passende Vertiefungen
Thermoholz mit Materialkunde, Feuchte und Außenkonstruktion verbinden
Holz und Materialkunde
Grundlagen zu Holzaufbau, Rohdichte, Festigkeit, Feuchte, Dauerhaftigkeit und fachgerechter Materialauswahl.
Zur Holz- und Materialkunde →Terrassenholz im Vergleich
Douglasie, Lärche, Robinie, Bangkirai, Massaranduba und weitere Terrassenhölzer mit thermisch modifizierten Produkten vergleichen.
Terrassenhölzer vergleichen →Holzfeuchte
Gleichgewichtsfeuchte, Quellen und Schwinden sowie die grundsätzlichen Feuchtebeziehungen von Holz vertiefen.
Holzfeuchte verstehen →