Laubholz · Nadelholz · Rohdichte · Bearbeitung · Verwendung

Holzarten im Tischlerhandwerk – Eigenschaften, Bearbeitung und Verwendung

Eiche, Buche, Ahorn, Birke, Kiefer oder Lärche unterscheiden sich nicht nur in Farbe und Maserung. Rohdichte, Härte, Feuchteverhalten, Festigkeit, Bearbeitbarkeit und natürliche Dauerhaftigkeit bestimmen mit, für welche Tischlerarbeiten eine Holzart geeignet ist.

Gleichzeitig gibt es innerhalb derselben Holzart erhebliche Unterschiede. Wuchsgebiet, Jahrringbreite, Einschnitt, Faserverlauf, Äste, Holzfeuchte und Sortierung beeinflussen das Verhalten des konkreten Brettes oder Bauteils.

Diese Übersicht ordnet wichtige heimische, europäische und international gehandelte Holzarten ein. Im Mittelpunkt stehen Eigenschaften, die für Möbelbau, Innenausbau, Türen, Treppen, Fenster und Außenbauteile praktisch relevant sind.

Fachlich eingeordnet von Sebastian Sudhoff, Tischlermeister und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Tischlerhandwerk.

Eiche & Buche Ahorn & Birke Kiefer & Douglasie Lärche Meranti & Merbau Verwendung & Auswahl

Eigenschaften richtig gewichten

Eine Holzart wird nach der Aufgabe ausgewählt – nicht nur nach der Optik

Rohdichte und Gewicht

Die Rohdichte beeinflusst Gewicht und steht mit verschiedenen mechanischen Eigenschaften in Beziehung. Sie ist jedoch kein alleiniger Maßstab für die Qualität eines Holzes.

Härte und Verschleiß

Für Fußböden, Treppen, Arbeitsflächen und andere mechanisch beanspruchte Bauteile kann die Härte wichtiger sein als bei einer dekorativen Wandverkleidung.

Quellen und Schwinden

Holzarten unterscheiden sich in ihrem Feuchteverhalten. Zusätzlich beeinflussen Brettbreite, Jahrringlage und Faserrichtung die tatsächliche Maßänderung.

Bearbeitbarkeit

Hobeln, Fräsen, Bohren, Schleifen, Verleimen und Beschichten funktionieren nicht bei jeder Holzart gleich. Härte, Faserverlauf und Inhaltsstoffe spielen dabei eine Rolle.

Natürliche Dauerhaftigkeit

Für Außenbauteile kann die natürliche Widerstandsfähigkeit gegen holzzerstörende Organismen wichtig werden. Sie ersetzt jedoch keinen konstruktiven Holzschutz.

Farbe und Struktur

Porenbild, Jahrringe, Farbunterschiede, Spiegel und Faserverlauf bestimmen die Gestaltung. Oberflächenbehandlung und Licht verändern die spätere Erscheinung zusätzlich.

Kennwerte dienen zur Orientierung. Für ein konkretes Bauteil müssen Werkstoffzustand, Sortierung, Konstruktion und tatsächliche Beanspruchung zusätzlich beurteilt werden.

Wichtige Tischlerhölzer

Holzarten im direkten Vergleich

Die folgende Übersicht ist bewusst qualitativ gehalten. Exakte Kennwerte unterscheiden sich nach botanischer Art, Herkunft, Holzfeuchte und Literaturquelle und sollten für technische Berechnungen dem konkreten Produkt beziehungsweise einer geeigneten Referenz entnommen werden.

Holzart Gewicht / Härte Charakter Typische Verwendung Besonders beachten
Eiche mittel bis hoch ringporig, markant Möbel, Treppen, Türen, Böden, Innenausbau Gerbstoffe, Metallkontakt, Feuchte
Buche hoch feinporig, gleichmäßig Möbel, Treppen, Stühle, Innenausbau deutliches Feuchte- und Verformungsverhalten
Ahorn mittel bis hoch hell, fein und ruhig Möbel, Fronten, Innenausbau, Instrumente Farbveränderung und saubere Oberflächenbearbeitung
Birke mittel hell, fein strukturiert Möbel, Furnier, Sperrholz, Innenausbau geringe natürliche Dauerhaftigkeit außen
Kirschbaum mittel warm rötlich, fein hochwertige Möbel, Furnier, Innenausbau Farbton verändert sich unter Licht
Robinie hoch markant, hart Außenbereich, Treppen, besondere Konstruktionen hohe Dauerhaftigkeit, anspruchsvollere Bearbeitung
Kiefer eher gering bis mittel deutliche Jahrringe, harzhaltig Möbel, Türen, Innenausbau, Bauholz Äste, Harz, Splintholz
Douglasie mittel markante Jahrringstruktur Innenausbau, Konstruktion, Außenbereich Sortierung und konstruktiver Holzschutz
Lärche mittel lebhaft, harzhaltig Fenster, Fassaden, Terrassen, Innenausbau Risse, Harz und Verformung
Meranti stark artabhängig hellrot bis dunkelrot Fenster, Türen, Innenausbau Handelsgruppe statt einheitlicher Holzart
Merbau hoch braun bis rötlichbraun Böden, Treppen, Möbel, beanspruchte Bauteile Inhaltsstoffe, Beschaffung und Herkunft
Wengé hoch sehr dunkel, kontrastreich Möbel, Furnier, Innenausbau splittriges Verhalten und Staub

Laubhölzer

Eiche, Buche, Ahorn, Birke und weitere wichtige Möbelhölzer

Eiche

Eiche gehört zu den wichtigsten Hölzern im hochwertigen Möbel- und Innenausbau. Das deutlich ringporige Gefüge, sichtbare Jahrringstrukturen und je nach Schnitt markante Spiegel ergeben ein charakteristisches Erscheinungsbild.

Das Holz ist vergleichsweise hart und widerstandsfähig und wird für Möbel, Treppen, Türen, Fußböden, Massivholzplatten und furnierte Oberflächen eingesetzt.

Eiche enthält Gerbstoffe. In Verbindung mit Feuchtigkeit und ungeeigneten Metallen können dunkle Verfärbungen entstehen. Auch auswaschende Inhaltsstoffe sind bei Außenanwendungen und angrenzenden Oberflächen zu berücksichtigen.

Charakter
markant, ringporig, vielseitig
Bearbeitung
gut, Werkzeug und Faserrichtung beachten
Verwendung
Möbel, Treppen, Türen, Böden, Innenausbau

Buche

Buchenholz besitzt eine relativ gleichmäßige, feinporige Struktur und lässt sich gut bearbeiten, drehen und unter geeigneten Bedingungen auch biegen.

Aufgrund seiner Härte und guten mechanischen Eigenschaften wird Buche häufig für Möbel, Stühle, Treppen, Arbeitsplatten, Massivholzplatten und stark beanspruchte Innenbauteile verwendet.

Gleichzeitig reagiert Buche vergleichsweise deutlich auf wechselnde Holzfeuchten. Bei breiten Massivholzbauteilen, ungünstigem Faserverlauf oder Feuchteunterschieden können Maßänderungen und Verformungen entsprechend relevant werden.

Charakter
hell bis rötlich, fein und gleichmäßig
Bearbeitung
gut, auch für Formteile geeignet
Verwendung
Möbel, Stühle, Treppen, Arbeitsplatten

Ahorn

Ahorn besitzt eine helle, meist ruhige und fein strukturierte Oberfläche. Dadurch eignet sich das Holz besonders für moderne helle Möbel, hochwertige Innenausbauten und kontrastierende Kombinationen.

Je nach Ahornart unterscheiden sich Härte und Gewicht. Die Oberfläche lässt sich fein bearbeiten und kann sehr glatt ausgeführt werden.

Helle Ahornoberflächen reagieren sichtbar auf Licht und Alterung. Gleichmäßige Materialauswahl und Oberflächenbehandlung sind bei nebeneinanderliegenden Bauteilen deshalb besonders wichtig.

Charakter
sehr hell, feinporig, zurückhaltend
Bearbeitung
gut bis sehr gut
Verwendung
Möbel, Innenausbau, Furnier, Instrumente

Birke

Birkenholz ist hell, fein strukturiert und besitzt ein relativ gleichmäßiges Erscheinungsbild. Neben Massivholz spielt Birke insbesondere als Furnierholz und als Ausgangsholz für hochwertiges Sperrholz eine wichtige Rolle.

Im Möbelbau lässt sich Birke vielseitig einsetzen und gut beschichten. Für unbehandelte Außenanwendungen besitzt sie dagegen keine hohe natürliche Dauerhaftigkeit.

Charakter
hell, fein, ruhig
Bearbeitung
gut
Verwendung
Möbel, Furnier, Sperrholz, Innenausbau

Kirschbaum

Kirschbaum zählt zu den klassischen hochwertigen Möbelhölzern. Das Holz besitzt eine feine Struktur und einen warmen Farbton, der sich unter Lichteinwirkung mit der Zeit deutlich verändern und vertiefen kann.

Kirschbaum wird sowohl massiv als auch als Furnier für Möbel, Einbauten und dekorative Innenausbauten eingesetzt.

Charakter
warm, rötlichbraun, elegant
Bearbeitung
gut und fein
Verwendung
Möbel, Furnier, hochwertiger Innenausbau

Birnbaum

Birnbaum besitzt eine feine, relativ gleichmäßige Struktur und wird vor allem für hochwertige Möbel, Furniere, Drechselarbeiten und kleinere anspruchsvolle Bauteile verwendet.

Gedämpftes Birnbaumholz kann einen charakteristischen warmen, rötlichen Farbton entwickeln. Größere fehlerfreie Abmessungen sind im Vergleich zu verbreiteten Wirtschaftshölzern weniger selbstverständlich verfügbar.

Charakter
fein und warm
Bearbeitung
sehr fein möglich
Verwendung
Möbel, Furnier, Drechselarbeiten

Hainbuche

Trotz ihres Namens gehört die Hainbuche botanisch nicht zur Gattung der Buchen. Ihr Holz ist sehr hart, schwer und verschleißfest.

Traditionell wurde es deshalb unter anderem für hoch beanspruchte Holzteile, Werkzeugteile und technische Anwendungen verwendet. Für großflächige Möbel ist das ausgeprägte Feuchte- und Verformungsverhalten entsprechend zu berücksichtigen.

Charakter
hell, dicht und sehr hart
Bearbeitung
wegen hoher Härte anspruchsvoller
Verwendung
technische Holzteile, Werkzeug, Spezialanwendungen

Robinie

Robinie ist ein sehr hartes und natürlich dauerhaftes Holz. Innerhalb der in Europa wachsenden Hölzer nimmt sie hinsichtlich ihrer biologischen Dauerhaftigkeit eine besondere Stellung ein.

Neben Außenbauteilen kann Robinie für Treppen, stark beanspruchte Konstruktionen und besondere Möbelbauteile eingesetzt werden. Der häufig unregelmäßigere Wuchs begrenzt jedoch die Verfügbarkeit langer, gleichmäßiger Querschnitte.

Charakter
hart, markant und dauerhaft
Bearbeitung
anspruchsvoller
Verwendung
Außenbereich, Treppen, Spezialkonstruktionen
Die Ulme gehört ebenfalls zu den klassischen Möbel- und Innenausbauhölzern. Wegen des eigenen historischen Backlink-Signals behandeln wir sie auf Tischler-SV zusätzlich auf einer eigenen Holzarten-Fachseite.

Nadelhölzer

Kiefer, Douglasie, Lärche und weitere Nadelhölzer

Kiefer

Kiefer besitzt ein deutliches Jahrringbild und einen gut erkennbaren Unterschied zwischen hellem Splint- und dunklerem Kernbereich.

Das Holz lässt sich gut bearbeiten und wird für Möbel, Türen, Innenausbauten, Fensterbestandteile und zahlreiche konstruktive Aufgaben verwendet.

Äste und Harz gehören zu den typischen Merkmalen. Gerade bei Sichtflächen muss die Sortierung deshalb auf das gewünschte Erscheinungsbild abgestimmt werden.

Charakter
lebhaft, harzhaltig, deutlich gemasert
Bearbeitung
gut
Verwendung
Möbel, Türen, Innenausbau, Konstruktion

Douglasie

Douglasie besitzt eine markante Jahrringstruktur und wird sowohl konstruktiv als auch für sichtbare Innen- und Außenbauteile eingesetzt.

Das Holz lässt sich vergleichsweise gut bearbeiten und verbindet eine mittlere Rohdichte mit einer für viele Anwendungen interessanten mechanischen Leistungsfähigkeit.

Bei Außenanwendungen sind Sortierung, Splintholzanteil, Wasserführung und konstruktiver Holzschutz besonders zu beachten.

Charakter
rötlich bis gelblich, markante Jahrringe
Bearbeitung
gut
Verwendung
Innenausbau, Konstruktion, Terrasse, Fassade

Lärche

Lärchenholz besitzt eine lebhafte Zeichnung und wird häufig für Fenster, Fassaden, Außenbauteile und Terrassen verwendet. Es findet aber ebenso im Innenausbau Verwendung.

Harzaustritte, Äste und Rissbildung sind typische Merkmale, die je nach Sortierung und Einsatzzweck unterschiedlich relevant werden.

Die natürliche Dauerhaftigkeit ist höher als bei manchen anderen heimischen Nadelhölzern, ersetzt aber auch bei Lärche keine fachgerechte konstruktive Ausbildung.

Charakter
lebhaft, harzhaltig, rötlich
Bearbeitung
gut bis mittel
Verwendung
Fenster, Fassaden, Terrassen, Innenausbau

Hemlock

Hemlock ist ein nordamerikanisches Nadelholz mit vergleichsweise gleichmäßiger, zurückhaltender Struktur. Es wird unter anderem im Innenausbau, für Bekleidungen und je nach Produkt auch im Fenster- und Türenbereich eingesetzt.

Für Außenanwendungen und besondere Feuchtebeanspruchungen ist die konkrete Produktqualität und Konstruktion entscheidend.

Charakter
hell, ruhig und gleichmäßig
Bearbeitung
gut
Verwendung
Innenausbau, Bekleidungen, Bauteile

Western Red Cedar

Western Red Cedar ist ein leichtes nordamerikanisches Nadelholz mit ausgeprägter Farbstreuung und vergleichsweise hoher natürlicher Dauerhaftigkeit des Kernholzes.

Typische Anwendungen liegen bei Fassaden, Bekleidungen und anderen Außenbauteilen. Wegen des geringen Gewichtes und weicheren Materials ist die mechanische Beanspruchung anders zu bewerten als bei schweren Harthölzern.

Charakter
leicht, farblich variabel
Bearbeitung
gut, aber druckempfindlicher
Verwendung
Fassaden, Bekleidungen, Außenbereich

Pitch Pine und Ponderosa Pine

Unter den nordamerikanischen Kiefernhölzern existieren verschiedene Handelsarten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Pitch Pine wurde historisch unter anderem für widerstandsfähige Bauteile und Fußböden verwendet.

Ponderosa Pine ist leichter und wird eher für Innenausbau, Tischlerarbeiten und weitere trockene Anwendungen eingesetzt. Die Bezeichnung „Pine“ allein reicht deshalb nicht für eine technische Beurteilung.

Wichtig
botanische Art beziehungsweise Handelsgruppe klären
Verwendung
je nach Art Innenausbau, Böden, Konstruktion
Sitka-Fichte erhält wegen eines vorhandenen externen Fachlinks eine eigene Seite. Dort können Kennwerte und besondere Anwendungen deutlich tiefer behandelt werden, ohne diese Übersicht zu überladen.

International gehandelte Hölzer

Meranti, Merbau, Sipo, Sapelli, Wengé und weitere Importhölzer

International gehandelte Holzarten spielen im Tischlerhandwerk seit langem eine Rolle – beispielsweise für Fenster, Türen, Furniere, hochwertige Möbel und besondere Außenanwendungen. Handelsname, botanische Art und Herkunft müssen dabei sauber voneinander unterschieden werden.

Merbau

Merbau ist ein schweres und hartes Holz aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Der Farbton reicht typischerweise von gelblichbraun bis rötlich- oder dunkelbraun und dunkelt unter Licht nach.

Aufgrund seiner mechanischen Eigenschaften wird Merbau unter anderem für Fußböden, Treppen, hochwertige Möbel und stark beanspruchte Innenbauteile verwendet.

Das Holz enthält wasserlösliche Inhaltsstoffe, die bei Feuchtigkeit austreten und angrenzende Flächen verfärben können. Bei Beschaffung und Verwendung sind Herkunft und nachvollziehbare Lieferkette ebenfalls wichtige Kriterien.

Charakter
schwer, hart und widerstandsfähig
Bearbeitung
aufgrund Härte anspruchsvoller
Verwendung
Böden, Treppen, Möbel, Innenausbau

Meranti

Meranti ist keine einzelne Holzart, sondern eine im Handel verwendete Bezeichnung für verschiedene Hölzer, insbesondere aus der Gattung Shorea. Entsprechend breit können Rohdichte, Eigenschaften und Farbe streuen.

Historisch und aktuell wird Meranti unter anderem für Fenster, Türen, Rahmen, Innenausbau und weitere Tischlerarbeiten verwendet.

Begriffe wie „rotes“, „gelbes“ oder „weißes Meranti“ dürfen nicht als einheitliche technische Qualitätsklassen verstanden werden. Für eine konkrete Bewertung sollte die tatsächliche Holzgruppe beziehungsweise Produktspezifikation bekannt sein.

Wichtig
Handelsgruppe mit erheblicher Streuung
Verwendung
Fenster, Türen, Rahmen, Innenausbau

Sapelli

Sapelli ist ein afrikanisches Laubholz mit rötlichbrauner Färbung. Je nach Schnitt kann ein ausgeprägter Wechseldrehwuchs zu einer dekorativen streifigen beziehungsweise schimmernden Zeichnung führen.

Sapelli wird für Möbel, Furnier, Innenausbau und verschiedene hochwertige Tischlerarbeiten verwendet.

Charakter
rötlichbraun, dekorativ
Bearbeitung
Faserverlauf beachten
Verwendung
Möbel, Furnier, Innenausbau

Sipo

Sipo gehört ebenfalls zu den afrikanischen Hölzern, die im Fenster-, Türen-, Möbel- und Innenausbau eingesetzt wurden und werden.

Farbe und Erscheinungsbild können mahagoniähnlich wirken. Sipo ist dennoch als eigene Holzart beziehungsweise Handelsart zu behandeln und nicht automatisch mit echtem Mahagoni gleichzusetzen.

Charakter
rötlichbraun
Verwendung
Fenster, Türen, Möbel, Innenausbau

Wengé

Wengé ist für seine sehr dunkle braune bis nahezu schwarze Zeichnung bekannt. Das harte und schwere Holz wurde und wird insbesondere für dekorative Möbeloberflächen, Furniere, Innenausbau und Akzente verwendet.

Bei der Bearbeitung können splitterige Bereiche entstehen. Wie bei vielen tropischen Hölzern sind geeignete Absaugung, Arbeitsschutz und sorgfältige Bearbeitung selbstverständlich.

Charakter
sehr dunkel und kontrastreich
Bearbeitung
hart, splitterige Bereiche möglich
Verwendung
Möbel, Furnier, dekorativer Innenausbau

Iroko

Iroko ist ein afrikanisches Holz mit gelblich- bis dunkelbrauner Färbung, die sich bei Licht und Alterung verändert.

Aufgrund seiner natürlichen Dauerhaftigkeit wurde es unter anderem für Außenbauteile, Fenster, Türen, Innenausbau und belastbare Konstruktionen verwendet.

Holzinhaltstoffe und wechselnder Faserverlauf können die Verarbeitung und Oberflächenbehandlung beeinflussen.

Charakter
mittel bis schwer, dauerhaft
Verwendung
Fenster, Türen, Innen- und Außenbau

Abachi

Abachi ist ein sehr leichtes afrikanisches Holz mit heller, zurückhaltender Struktur. Seine geringe Rohdichte und geringe Wärmeleitfähigkeit führten zu besonderen Einsatzbereichen.

Bekannt ist Abachi unter anderem aus dem Sauna- und Innenausbau. Aufgrund der weichen Oberfläche ist es nicht mit harten Möbelhölzern für hohe mechanische Beanspruchungen vergleichbar.

Charakter
sehr leicht und hell
Verwendung
Sauna, Innenausbau, leichte Bauteile

Limba

Limba ist ein afrikanisches Holz, dessen Erscheinungsbild je nach Stammzone und Sortierung von hellen bis dunkleren, stark gezeichneten Bereichen reichen kann.

Es wurde und wird insbesondere für Furniere, Möbel und dekorativen Innenausbau eingesetzt.

Charakter
hell bis stark gezeichnet
Verwendung
Furnier, Möbel, Innenausbau

Koto

Koto ist ein helles bis gelbliches westafrikanisches Holz mit vergleichsweise gleichmäßiger Grundwirkung. Es wurde insbesondere für Furniere, Möbel und Innenausbauten verwendet.

Je nach Faserverlauf können dekorative Strukturen auftreten. Für die Verarbeitung sind Materialqualität und Faserrichtung entsprechend zu berücksichtigen.

Charakter
hell und dekorativ
Verwendung
Furnier, Möbel, Innenausbau

Aningré

Aningré ist eine Handelsbezeichnung für afrikanische Hölzer, die häufig als Furnier und für Möbel- sowie Innenausbauoberflächen eingesetzt wurden.

Das Holz besitzt meist einen hellen gelblich- bis rosafarbenen Grundton und kann je nach Faserverlauf eine dekorative Zeichnung ausbilden.

Charakter
hell, fein bis dekorativ
Verwendung
Furnier, Möbel, Innenausbau

Afzelia

Unter Afzelia werden mehrere botanisch verwandte afrikanische beziehungsweise asiatische Holzarten gehandelt. Das Holz ist meist schwer, hart und natürlich vergleichsweise dauerhaft.

Typische Anwendungen liegen bei belastbaren Innen- und Außenbauteilen, Treppen, Fußböden und hochwertigen Tischlerarbeiten.

Charakter
hart und schwer
Verwendung
Treppen, Böden, Innen- und Außenbauteile

Afrormosia

Afrormosia ist ein westafrikanisches Holz mit dekorativem braunem Erscheinungsbild und guten technischen Eigenschaften. Es wurde unter anderem im hochwertigen Möbel- und Innenausbau verwendet.

Bei heute gehandeltem Material spielen Artenschutz- und Herkunftsnachweise eine besondere Rolle. Historische Materialbezeichnungen dürfen deshalb nicht unkritisch auf heutige Beschaffungssituationen übertragen werden.

Charakter
dekorativ, braun, hart
Verwendung
Möbel, Furnier, hochwertiger Innenausbau
Mahagoni ist ebenfalls kein Begriff, der ohne botanische Einordnung technisch eindeutig verwendet werden sollte. Wegen des vorhandenen externen Links und der besonderen Handels- und Artenschutzfragen erhält das Thema eine eigene Fachseite.

Holzart und Handelsbezeichnung

Warum der Handelsname nicht immer eine einzelne botanische Holzart bezeichnet

Eine Art – mehrere Namen

Eine botanische Holzart kann je nach Herkunft, Sprache und Handelsregion unter unterschiedlichen Namen angeboten werden.

Ein Name – mehrere Arten

Umgekehrt können Handelsnamen ganze Artengruppen umfassen. Meranti ist dafür ein typisches Beispiel.

Eigenschaften können streuen

Werden unter einem Handelsnamen mehrere Arten zusammengefasst, können Rohdichte, Farbe, Dauerhaftigkeit und Bearbeitung deutlich variieren.

Anatomische Bestimmung

Für eine belastbare Holzartenbestimmung können makroskopische oder mikroskopische Strukturmerkmale erforderlich sein. Farbe allein ist regelmäßig kein sicherer Bestimmungsweg.

Produktunterlagen

Bei neuen Produkten sollten botanische Art, Handelsbezeichnung, Herkunft und technische Daten soweit erforderlich aus Lieferunterlagen hervorgehen.

Altbestand

Bei historischen Möbeln und Bauteilen fehlen solche Angaben häufig. Dann kann eine Holzartenbestimmung Teil der Bestandsuntersuchung werden.

Farbe und Maserung liefern Hinweise. Eine sichere Holzartenbestimmung kann jedoch zusätzliche anatomische Merkmale erfordern – gerade bei ähnlich aussehenden Importhölzern und Handelsgruppen.

Holz nach Aufgabe auswählen

Welche Eigenschaften bei Möbeln, Treppen, Türen und Fenstern wichtig werden

Möbel

Optik, Bearbeitbarkeit, Formstabilität, Verbindungstechnik, Oberflächenbehandlung und verfügbare Dimensionen stehen häufig stärker im Vordergrund als natürliche Dauerhaftigkeit.

Treppen

Härte, Verschleißfestigkeit, Festigkeit und Verbindungstechnik spielen bei Stufen, Handläufen und tragenden Bauteilen eine besondere Rolle.

Türen

Formstabilität, Feuchteverhalten, Rahmenaufbau, Verbindung und gegebenenfalls unterschiedliche Klimata auf beiden Seiten müssen berücksichtigt werden.

Fenster

Für Fenster sind neben Festigkeit und Bearbeitbarkeit insbesondere Feuchteverhalten, Dauerhaftigkeit, Verklebung und Eignung für das jeweilige Fenstersystem relevant.

Fußböden

Härte, Abrieb, Feuchteverhalten, Dielenbreite und Oberflächenbehandlung beeinflussen Gebrauchstauglichkeit und sichtbare Fugenbildung.

Furnier

Beim Furnier stehen Zeichnung, Farbe und Sortierung besonders im Vordergrund. Trägerplatte, Gegenzug und Oberflächenaufbau beeinflussen jedoch das fertige Bauteil mit.

Wie stark Holzart, Materialwirkung, Konstruktion und Gestaltung bei Möbeln zusammengehören, zeigt auch der historische WoodAward 2012 – Gestaltung mit Holz im Schreinerhandwerk . Die damaligen Entwürfe machen anschaulich, dass die Wahl des Holzes nicht nur eine optische Entscheidung ist, sondern Teil von Funktion, Konstruktion und handwerklicher Umsetzung.

Holzarten im Außenbereich

Natürliche Dauerhaftigkeit und Konstruktion müssen zusammenpassen

Für bewitterte Bauteile reicht es nicht, eine vermeintlich „wetterfeste“ Holzart auszuwählen. Entscheidend sind natürliche Dauerhaftigkeit, Splintholzanteil, Wasserführung, Rücktrocknung, konstruktive Details und die tatsächliche Nutzung.

Kernholz und Splintholz

Angaben zur natürlichen Dauerhaftigkeit beziehen sich bei vielen Holzarten auf das Kernholz. Splintholz kann deutlich weniger widerstandsfähig sein.

Dauerhaftigkeitsklasse

Die biologische Dauerhaftigkeit ermöglicht einen Vergleich, garantiert aber keine feste Nutzungsdauer eines eingebauten Bauteils.

Konstruktiver Holzschutz

Wasser sollte zügig ablaufen und Holz nach einer Befeuchtung wieder trocknen können. Diese Grundregel gilt auch für natürlich sehr dauerhafte Holzarten.

Ausgewählte Holzarten im Detail

Holzarten mit eigenem fachlichen Schwerpunkt

Nicht jede Holzart benötigt auf Tischler-SV eine eigene Seite. Separate Fachseiten sind dort sinnvoll, wo ein belastbarer eigener Such- oder Linkkontext besteht und ausreichend fachliche Tiefe vorhanden ist.

Bangkirai / Bankirai

Dauerhaftigkeit, Sortierung, Handelsbegriff und fachgerechte Verwendung als Terrassenholz.

Bangkirai vertiefen →

Mahagoni

Botanische Einordnung, Handelsbegriffe, Möbelbau, Bearbeitung und heutige Beschaffung.

Mahagoni vertiefen →

Ulme

Struktur, Eigenschaften, Bearbeitung und Verwendung im hochwertigen Möbel- und Innenausbau.

Ulme vertiefen →

Azobé / Bongossi

Sehr schweres und natürlich dauerhaftes Konstruktionsholz mit besonderen Anforderungen an Verarbeitung und Verwendung.

Azobé / Bongossi vertiefen →

Herkunft und Materialangaben

Bei Importhölzern gehören Herkunft und eindeutige Holzart zur fachlichen Auswahl

Holzart eindeutig benennen

Wo technische Eigenschaften entscheidend sind, sollte nicht nur mit einem unscharfen Sammel- oder Fantasienamen gearbeitet werden.

Herkunft nachvollziehen

Herkunft und Lieferkette gehören insbesondere bei international gehandelten Hölzern zur verantwortungsvollen Materialauswahl.

Artenschutz beachten

Bei einzelnen Holzarten können besondere Handels- und Artenschutzregelungen bestehen. Diese sind produkt- und artbezogen aktuell zu prüfen.

Historische Möbel oder ältere Bauwerke können Holzarten enthalten, deren heutige Beschaffung eingeschränkt, unüblich oder besonders nachweispflichtig ist. Eine Bestandsidentifikation ist deshalb von einer heutigen Materialempfehlung zu unterscheiden.

Fachliche Grundlagen

Holzarten bestimmen und Eigenschaften fachlich einordnen

Thünen-Institut für Holzforschung

Das Thünen-Institut unterhält umfangreiche wissenschaftliche Referenzdatenbanken für die anatomische Bestimmung international gehandelter Laub- und Nadelhölzer.

Holzartenbestimmung beim Thünen-Institut →

DIN EN 350

Die Norm behandelt die Prüfung und Klassifizierung der biologischen Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten. Dauerhaftigkeitsangaben müssen dabei im Zusammenhang mit Verwendung und Konstruktion betrachtet werden.

DIN EN 350 bei DIN Media →
Für die technische Planung sind aktuelle Produktunterlagen, Sortierungen und gegebenenfalls weitere anwendungsbezogene Normen maßgeblich. Allgemeine Holzartprofile ersetzen keine bauteilbezogene Materialauswahl.

Häufige Fragen

Fragen zu Holzarten und ihrer Verwendung

Welche Holzarten werden im Tischlerhandwerk häufig verwendet?

Zu den häufigen Massivhölzern gehören unter anderem Eiche, Buche, Ahorn, Birke, Kirschbaum, Kiefer, Douglasie und Lärche. Je nach Aufgabe kommen zahlreiche weitere heimische und importierte Hölzer hinzu.

Welches Holz eignet sich am besten für Möbel?

Das hängt von Konstruktion, Optik und Beanspruchung ab. Eiche und Buche eignen sich beispielsweise gut für belastbare Möbel, während Ahorn, Kirschbaum oder Birnbaum häufig wegen ihrer besonderen Oberfläche gewählt werden.

Was ist härter – Eiche oder Buche?

Beide gehören zu den vergleichsweise harten europäischen Möbelhölzern. Exakte Härtewerte hängen von Holzart, Messverfahren und Materialzustand ab. Für eine Konstruktion ist die Härte außerdem nur eine von mehreren relevanten Eigenschaften.

Was ist der Unterschied zwischen Eiche und Buche?

Eiche ist deutlich ringporig und besitzt ein markantes Erscheinungsbild sowie ein natürlich dauerhafteres Kernholz. Buche ist feinporiger und gleichmäßiger, reagiert jedoch vergleichsweise deutlich auf Feuchteänderungen.

Welche Holzart arbeitet wenig?

Holzarten unterscheiden sich im Quell- und Schwindverhalten. Die tatsächliche Maßänderung eines Bauteils hängt aber ebenso von Holzfeuchte, Jahrringlage, Faserrichtung und Bauteilbreite ab. Eine pauschal „nicht arbeitende“ Massivholzart gibt es nicht.

Ist schweres Holz automatisch hochwertiger?

Nein. Eine hohe Rohdichte kann für bestimmte Belastungen vorteilhaft sein, erhöht aber Gewicht und Bearbeitungsaufwand. Für andere Anwendungen kann ein leichteres Holz technisch geeigneter sein.

Sind Nadelhölzer immer weich?

Nein. Die botanische Einteilung in Nadel- und Laubholz ist nicht identisch mit einer Einteilung nach Härte. Auch innerhalb beider Gruppen bestehen erhebliche Unterschiede.

Ist Laubholz automatisch Hartholz?

Nein. Laubholz ist eine botanische Einordnung. Die tatsächliche Härte einer Holzart muss unabhängig davon betrachtet werden.

Welche Holzart ist für außen geeignet?

Für Außenbauteile sind unter anderem natürliche Dauerhaftigkeit, Konstruktion und Feuchtebeanspruchung entscheidend. Robinie und verschiedene tropische Harthölzer besitzen beispielsweise eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Auch andere Hölzer können bei geeigneter Konstruktion sinnvoll eingesetzt werden.

Was ist Meranti?

Meranti ist eine Handelsbezeichnung für mehrere verwandte südostasiatische Holzarten beziehungsweise Artengruppen. Deshalb können Farbe, Rohdichte und technische Eigenschaften deutlich variieren.

Was ist Merbau?

Merbau ist ein schweres und hartes tropisches Holz, das unter anderem für Böden, Treppen und hochwertige Tischlerarbeiten eingesetzt wird. Holzinhaltstoffe und Herkunft sollten bei der Verarbeitung und Beschaffung berücksichtigt werden.

Kann man eine Holzart allein anhand der Farbe bestimmen?

Meist nicht sicher. Alterung, Oberflächenbehandlung und natürliche Streuung verändern die Farbe. Für eine belastbare Bestimmung können Poren, Gefäße, Holzstrahlen und weitere anatomische Merkmale erforderlich sein.

Warum kann dieselbe Holzart unterschiedlich aussehen?

Wuchsbedingungen, Kern- und Splintholz, Jahrringbreite, Faserrichtung, Einschnitt, Dämpfen, Trocknung und Oberflächenbehandlung beeinflussen die spätere Erscheinung.

Sind tropische Holzarten grundsätzlich dauerhafter?

Nein. Tropische Hölzer umfassen ebenso wie europäische Hölzer sehr unterschiedliche Arten. Die natürliche Dauerhaftigkeit muss für die jeweilige Holzart beziehungsweise Holzgruppe betrachtet werden.

Passende Vertiefungen

Holzarten mit Feuchte, Holzwerkstoffen und Konstruktion verbinden